Bildungsblick

Bildungsblick

Der Bildungspodcast - präsentiert vom BLLV

Transkript

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00:00:04: Hallo

00:00:05: hier ist Bildungsblick und herzlich

00:00:07: willkommen zu unserer neuen Podcast-Reihe.

00:00:10: Ausgezeichnet,

00:00:12: wo Visionen den Schulalltag gestalten!

00:00:17: Der deutsche Schulpreis ausgewählte Schulen stellen sich vor.

00:00:23: In jeder Folge besuchen wir eine Schule die mit besonderen Projekten

00:00:29: Ideen und Engagement überzeugt.

00:00:33: Heute lernen wir die Donderskusschule in Wirtsburg kennen und erfahren, was sie so einzigartig macht.

00:00:54: Herzlich willkommen bei Bildungsblick!

00:00:56: Ich freue mich riesig, dass ich heute zwei Gäste zu Gast habe bei uns.

00:01:00: Schön, dass ihr da seid.

00:01:02: Jo, gerne wir freuen uns auch.

00:01:04: Ich bin total gespannt nachdem ich heute Zwei Gästel hier da hab, was wieder alles über euch und warum ihr hier seid herausfinden werden.

00:01:12: Und zunächst würde ich euch gern mal fragen Was für euch denn Vielfalt bedeutet?

00:01:17: Vielleicht vielfalt ganz persönlich für euch Und für euch als Menschen in der pädagogischen Arbeit?

00:01:23: Ja, gleich mit der schwierigsten Frage.

00:01:26: Kommst du an Elina?

00:01:29: Es ist so dass wir in der Schule ja mit jungen Menschen zu tun haben die halt mal unterschiedlich sind und man hat im Grunde zwei Möglichkeiten damit umzugehen.

00:01:37: das eine ist Wir freuen uns darüber dass es so ist und müssen dann in der Folge schauen wie wir dem gerecht werden können dass die jungen Leute mit unterschiedlichen Ideen Erfahrungen Lebenswelten auf uns zukommen.

00:01:50: oder ich hänge der Fiktion an, dass wir Cluster bilden können und die jungen Leute einsortieren.

00:01:58: Aber gut, das sind alle, die im pädagogischen Geschäft sind wissen, dass es natürlich nicht funktioniert.

00:02:04: Oder der Preis ist ungeheuer hoch und es falle rechts und links oder vielleicht eine Mitteleute aus dem Raster und das ist dann ganz schwierig.

00:02:13: Da gebe ich dir auf jeden Fall recht, ja?

00:02:15: Ja, vielleicht ergänzt noch von meiner Seite zum Thema Vielfalt wäre es für mich auch bedeutsam nochmal herauszustellen, dass sich die Vielfalt nicht nur aus der Person heraus gibt sondern auch auf der Lebenssituation heraus.

00:02:31: Auf die die jeweilige Person trifft und erst im Wechselspiel zwischen der Lebens-Situation, der Lebenswirklichkeit der jungen Menschen und dem jungen Mensch selbst ergibt sich so eine Vielfälligkeitsdimension oder unterschiedliche Vielfältigkeit Dimensionen die dann eigentlich erst in Bildungssystem zum Tragen kommen.

00:02:47: Das wäre ein wichtiger Punkt den wir eben versuchen auch mit unterschiedlichsten Angeboten zu beantworten.

00:02:54: Vielen Dank an euch beide, das klang schon mal unglaublich spannend und ich glaube dass bringt uns jetzt auch zu unserem Thema warum wir heute hier sind!

00:03:01: Ich würde mich riesig freuen wenn ihr euch beide einmal vorstellt und euch und eure Arbeit vielleicht einfach kurz beleuchtet damit auch die Hörerinnen wissen um wen sich sie handeln mit wem ich hier heute spreche.

00:03:11: Ja also ich stelle den Hans Wall der Granit vor Ein lieber Kollege, der in der Schule als Lehrer tätig war über lange Jahre und dann zehn Jahre an der Universität Würzburg tätig waren.

00:03:23: Und er kommt jetzt zurück in die Schule und das finde ich eine ungeheuer schöne Situation wenn man mit dem Blick nach Hause nochmal gucken kann wie das System Schule auch anders angeguckt werden kann und die konkrete Praxis einer Schule.

00:03:36: selber bin ich in der Schulleitung tätig aber das würde ich dem answalte überlassen.

00:03:42: Ja, Harald Ebert, Schulleiter der Dombosco Berufsschule und des Beratungszentrums.

00:03:47: Nun seit über zwanzig Jahren hier in der Leitungspunktion und wesentlicher Motor- und Pfadfinder wo die Schule als Bildungseinrichtungen in einer inklusiven Bildungslandschaft sich positionieren kann sehr stark im Bereich von Netzwerk und Projektarbeit tätig.

00:04:10: Ich freue mich, dass ich wieder hier an der Schule tätig sein kann und gemeinsam mit ihm verschiedene Dinge anstoßen und weiterentwickeln kann.

00:04:19: Das war gerade eine wunderschöne Metapher mit dem Pfadfinder.

00:04:22: Das nehme ich doch gleich mal auf!

00:04:24: Für was seid ihr beide den Pfadfinder?

00:04:26: An welcher Schule arbeitet ihr dann?

00:04:28: Stellt euch gerne eure Schule einmal so in einer Minute ein bisschen für die Hörderinnen vor.

00:04:34: Also wir sind eine Berufsschule und sind im Bereich der dualen Berufsbildung schwerpunktmäßig tätig.

00:04:40: Davor kommt alles solche Dinge wie berufliche Orientierung, Berufsvorbereitung, Berufsausbildung und ein bisschen haben wir auch die Idee der Nachsorge- und Begleitung.

00:04:49: Wir haben siebzig Lehrer, Lehrkräfte, Kollegen im Haus und circa fünfhundertfünfzehn Schüler im Moment.

00:04:57: Das ist so der Teil der beruflichen Bildung.

00:05:00: bei uns gibt es fünfundzwanzig Berufe zu lernen und wir sind fest davon überzeugt dass junge Leute diesen ersten Weg nicht ganz alleine hinkriegen, also so der Plan A wie das läuft wenn man Beruf erlernt.

00:05:16: Da gibt es irgendwo ein Hindernis was oft auch in den Umständen liegt manchmal auch selbst und wir gucken und schauen nach dem Plan B weil berufliche Bildung sowas ist für die Eintrittskarte im Gesellschaft.

00:05:31: Zweitens Standbein der Berufsschule ist jetzt seit nahezu zwanzig Jahren das Beratungszentrum, wo ich tätig bin.

00:05:40: Dort sind wir vornehmlich als Sonderpädagoginnen aber auch als Berufsbildner außerhalb der Schule.

00:05:45: unterwegs begleiten im Jahr etwa ungefähr tausend junge Menschen die Nichtschülerinnen und Schüler der Donboske Berufsschuhe sind sondern sich in anderen Bildungssystemen befinden oder auch in keinem Bildungsystem und versuchen gemeinsam mit ihnen die Frage zu klären, wie sie in Berufsausbildung beziehungsweise dann auch in Erwerbsarbeit einmünden können.

00:06:06: Da haben wir einen Schwerpunkt im Bereich von jungen Menschen mit psychischen Belastungen.

00:06:11: Wir versuchen hier die Übergänge ins Berufsbildungssystem zu schaffen.

00:06:16: Wir widmen uns aber auch ebenfalls seit vielen Jahren junge Menschen, die die Schule nicht mehr besuchen können oder vermeiden.

00:06:23: und versuchen sie über individuelle Bildungsangebote wieder zurückzuführen in das System, Schulabschüsse zu ermöglichen und dann auch den Einstieg ins Berufsleben zu schaffen.

00:06:33: Wahnsinn!

00:06:33: Ich meine unsere Folge heißt der Umgang mit Vielfalt.

00:06:36: ich entnehme jetzt Ihren Aussagen dass es sich dabei nicht nur um Vielfald handelt wenn man Ihre SchülerInnen anguckt sondern auch eine vielfältige Arbeit die Sie danach gehen weil es an Ihrer Schule einfach vielfälte Möglichkeiten gibt.

00:06:49: Das finde ich total spannend.

00:06:52: Wie schaut denn das so?

00:06:53: genau aus, wenn man sich das im Schulalltag vorstellt.

00:06:56: Wie kann man Vielfalt bei ihnen in der Schule erleben?

00:06:58: Können Sie da ein konkretes Beispiel vielleicht nennen aus der Praxis?

00:07:01: Ja, haben sie überlesbiert einen Vortritt.

00:07:03: Ich will nicht.

00:07:05: Also ich nehme mal irgendein Beispiel aus unserer Arbeit.

00:07:09: Ich gehe mal auf die das Thema Schulvermeidung

00:07:15: zu.

00:07:16: Junge Leute Wenn man dann mit ihnen im Gespräch und in Kontakt ist, wird das ganz offensichtlich aus der Regel guten Gründen.

00:07:27: Mit der Schule ihre Schwierigkeiten haben und einen großen Bogen drum machen.

00:07:31: also weil sie selber belastet sind, weil sie Mobbing erlebt haben, weil Sie häufig des Scheitern erleben immer nur die Botschaft kriegen Das kann ich nicht.

00:07:40: oder Ich bin gut genug.

00:07:42: Und dann irgendwann in so einer Situation gehen.

00:07:45: und da gucken wir dass wir zuerst Beziehung aufbauen über eine eigene Koordinierungsstelle.

00:07:50: Das heißt, wir gehen zu Künstlern und machen in der Projekte mit der Jugendkultur Karabane in Würzburg oder... Wir beschäftigen uns Zeitlang mit Reiterapie-Ansätze gemacht oder wir gehen in verschiedene Jugendeinrichtungen.

00:08:07: und wenn die Beziehung dann so ist, dass sie aushält.

00:08:10: Dass man eben auch diese verwundbaren Stellen zeigen kann Dann steigt man sukzessive wieder ein in Schule, schulische Bildung weil es ja wichtig ist um später teilzuhaben und Chance zu kriegen der Gesellschaft So ein besonderes.

00:08:26: Und ja, genau.

00:08:26: Wenn wir da fünfzehn oder zwanzig Schüler begleiten das ist so die Größenordnung, die regelmäßig dann bei uns sind.

00:08:32: Die kriegen alle individuelle Stundenpläne und dann ist es tatsächlich so dass fünfzehnt oder zwansichtmal neue eigene andere Antworten gefunden haben müssen im Kontakt mit der Herkunftsschule.

00:08:45: also die Bleibenschüler ihrer Schule sind aber trotzdem erst mal bei uns.

00:08:50: vielleicht ergänzen doch aus dem berufschulischen Bereich unsere Einrichtung.

00:08:54: wenn man Unterricht betrachtet Dann ist das verbindende Moment für die jungen Menschen den Ausbildungsberuf, den sie erlernen.

00:09:01: Aber Sie haben ganz unterschiedliche Biografien hinter sich bis sie bei uns jetzt in Unterricht besuchen.

00:09:06: Das heißt, in der Klasse finden sich beispielsweise Schülerinnen und Schüler, die einen Förderschulabschluss erworben haben... bis zu jungen Menschen, die das Abitur haben.

00:09:15: Das Fachabitur teilweise auch Studiengänge abgebrochen haben, die aber aufgrund ihrer starken psychischen Beeinträchtigung ein besonderes Unterrichtsangebot brauchen um diesen Beruf zu erlernen.

00:09:27: und von daher zeigt sich jetzt wenn man den Bildungsabschluss mal nimmt oder die bisherige Bildungsbiografie eine große Vielfalt ab in unseren Klassen was allerdings nur eine Fassette der Vielfald in diesen Klassen dann ist.

00:09:39: Wir nennen unser Konzept gerne Lebenslagenkonzept.

00:09:41: Das heißt, das ist der Ausgangspunkt eine besondere besonders schwierige außergewöhnliche Lebenslage und dann müssen wir gucken wie wir Antworten finden also alleinerziehende Mütter Leute mit Fluchthintergrund, Leute mit Lernschwierigkeiten, psychischen Belastungen usw.

00:09:59: Das ist der Ansatzpunkt unserer Schule für schwierige Lebenslagen.

00:10:04: Das heißt, ihr habt euch im Endeffekt eine eigene Definition von Inklusion für eure Schule ausgedacht.

00:10:12: Kann man das so zusammenfassen oder habe ich da was falsch verstanden?

00:10:17: Wir interpretieren die Spielräume, die die Inklusionsdebatte aufmacht und wenn es wahr ist dass Inklusion alle meint muss man für alle Antworten suchen und auch finden.

00:10:31: Und wir sehen uns natürlich vollkommen bewusst, dass wir das nur im Konzert können mit anderen Kollegen an Regelberufsschulen die vielfach den Plan A bedienen, wo es ganz einfach so läuft in bestimmten Algorithmen.

00:10:44: Die berufliche Bildung geht nach Schule durch alle Berufsausbildung.

00:10:48: Wir sind halt diejenigen, die gucken wenn dieser Plan A nicht funktioniert ob ein anderer alternativen Weg zeitlich anders aufgestellt gibt zum Beispiel, um irgendwann dieses Ziel zu erreichen.

00:11:02: Das stelle ich mir jetzt persönlich sehr bereichernd vor für die Lehrkräfte, die bei euch an der Schule arbeiten aber auch für die Schülerinnen, die täglich in die Schule kommen oder nachdem sie eine Berufsschule ist, eben nur ab und an weil man ja nicht dauerhaft in der Schule ist.

00:11:18: Wie kann ich mir das vorstellen?

00:11:20: Steht jede Lehrkraft, die arbeitet hinter diesem Konzept?

00:11:24: Gibt es dieses Konzept schon immer?

00:11:26: bei euch oder hat sich das erst mit der Zeit entwickelt, wie ist eure Schule so geworden?

00:11:32: Ja wir sind ja eine Berufsschule zur sonderpädagogischen Förderung.

00:11:35: Das ist ein bayerisches Alleinstellungsmerkmal dass es nur im Freistaat Bayern flächendeckend gibt.

00:11:42: andere Bundesländer haben dieses System nicht so in der Breite gefahren.

00:11:48: und Das Besondere, diese Vielfalt zeigt sich eben nicht nur auf Schülerinnen und Schülerebene sondern auch auf Ebene des Kollegiums.

00:11:56: Das heißt wir haben neben den klassischen Berufsbildern aus der beruflichen Bildung also sprich Lehrkräfte für berufliche Schulen Meisterinnen, Fachlehrerinnen, haben wir eben auch Sonderpädagoginnen im Hause die soziale Arbeit.

00:12:09: und um dieser Vielfaltung entsprechend zu können auf Ebne der Schülerinnen bedarf es eben auch so eine Multiprofessionalität die wir am Haus abbilden.

00:12:18: Und darauf haben sich die Kolleginnen und Kollegen eingelassen bzw.

00:12:21: lassen sich auch ein, wenn sie sich bewusst zum Beispiel für unsere Schule entscheiden und sich hierher bewerben dass Sie dann einerseits auf kollegialer Ebene mit unterschiedlichen Berufsgruppen und unterschiedliche beruflichen Sozialisationen damit verbunden zusammenarbeiten aber eben auch mit einer Schülerschaft.

00:12:37: Aber auch bei uns hat sich die Schülerschraft verändert.

00:12:40: Wir sind eigentlich gestartet vor über fünfzig Jahren für junge Menschen mit Lernschwierigkeiten wo man überlegt hat, man kann dieser Personengruppe auch eine berufliche Bildung angedeihen lassen indem er sagt sie haben die Möglichkeit einen Berufsabschluss zu erwerben auf Ebene der sogenannten Fachpraktik oder früher Werkerberufe.

00:13:02: So haben wir jetzt eigentlich eine Zielgruppe, die sich stark verändert hat.

00:13:05: Nämlich im Hinblick auf Menschen mit psychischen Erkrankungen – nach wie vor auch Schülerinnen und Schülermitleidenschwierigkeiten – aber schon diese Gesamtgemengelagerpsychische Erkrankung ist ein zentrales Thema für unsere Schule, aber eben auch nur eine Facette der Vielfalt.

00:13:22: Wie sich die Schülerinnen- und Schülern verändern?

00:13:24: Das sind in allen Schulsystemen so.

00:13:27: Es sind auch die Kolleginnen und Kollegen!

00:13:29: gefordert, sich einzustellen auf eine verendetere Anfragen von Zeiten der Schülerinnen wie auch vom Inhalt her.

00:13:36: Ich glaube man sagt ja auch immer Schule ist ein Spiegel der Gesellschaft oder?

00:13:41: Ja ich denke schon und mein Eindruck ist auch dass die Kollegen das selber als... als Bereiche an Empfinden, wobei das natürlich ein Lied hinter dem Ofen zu singen ist.

00:13:50: Manchmal hat man Situationen die schwierig sind.

00:13:52: da muss man dann durch und es gut dass es verschiedene Profession im Haus gibt und wir arbeiten sehr viel im Team Und dann ist es wieder möglich zu entdecken okay das war jetzt doch gut.

00:14:04: wenn die junge Leute bei uns nach ein paar Jahren ihren Abschluss kriegen Dann bist du schon nach einem Feiertag.

00:14:11: für uns

00:14:13: Das heißt nur, weil sie sich auf Jugendliche oder junge Erwachsene spezialisiert haben.

00:14:20: Die bestimmte Herausforderungen schon gemeistert haben oder noch vor sich haben.

00:14:23: Heißt das nicht dass ihr eine Patentlösung für alles habt?

00:14:27: Oder also im Endeffekt stelle ich mir das so vor als würden Sie auch viele Einzelnösungen einfach suchen, oder?

00:14:34: Genau!

00:14:34: Also die Suchen ist eine permanent Aufgabe.

00:14:38: Wir haben natürlich... viel Know-how, aber auch viel Erfahrung.

00:14:41: Über fünfzig Jahre sind wir am Start.

00:14:44: Aber wie in jeder Berufsbiografie ist die halbwärtszeit eines Wissens, eines Kompetenzportfolios begrenzt und da müssen wir ständig weiter lernen, weiter bilden.

00:14:55: Die Digitalisierung künstliche Intelligenz spielt gerade bei uns jetzt aktuell eine große Rolle wie in allen schulischen Systeme.

00:15:03: Und da ist die Frage welche Ressourcen oder welche Chancen ergeben sich aus solchen so Systemen dann auch für die Bildungsauftrag, den wir uns speziell zuwenden.

00:15:13: Und von daher ist es eine permanent Aufgabe diese Entwicklung und die Suche nach Lösungen weil wir tagtäglich auch vor neuen Fragen gestellt werden, die sich eben nicht gleichen mit denen, die wir schon mal bearbeitet haben.

00:15:25: Also ich glaube man muss sich verabschieden von der Idee dass wir irgendwas machen mit den Schülern sodass der Lernfort Schritt da zunimmt Wissen erworben wird, das ist schon eine Aufgabe.

00:15:36: Aber im Grunde ist es so, dass wir das System Schule ständig anpassen müssen.

00:15:42: Also ein Beispiel wenn sie jemandem der gute Begabung mit sich bringt und jetzt mal im Formenkreis von Depression unterwegs ist dann sind Brüche angesagt.

00:15:54: Wenn ich Bildungskonzepte fahre die immer linear denken also Schule, Ausbildung und sowas, dann ist klar, dass irgendwann Brücher auftreten wenn man die nicht annimmt als Herausforderung für das System selbst, dazu führen dass jemand eben nicht zum Bildungsabschluss kommt.

00:16:11: Und es kann jetzt sein also vielleicht ist es auch ein bisschen das Wesen der Sonder- oder Heilpädagogik, dass es Krisen gibt für dies noch gar keine Antworten gibt.

00:16:19: und jetzt macht man sich auf die Suche nach neuen Lösungen.

00:16:23: Nur der Preis ist, man kann die Lösung eben nicht immer bei den jungen Leuten suchen.

00:16:28: Natürlich auch aber nicht immer sondern man muss sagen okay dann gibt es halt einen Stundenplan, der fängt mit zwei Stunden am Tag an und das werden dann irgendwann vier oder fünf mit dem Ziel vor Augen irgendwann ein Bildungsabschluss zu generieren, die wir ja von den Kammern ablegen müssen.

00:16:42: also wir kriegen keine besonderen Spielregeln wenn's um die Abschlüsse geht.

00:16:46: Das ist eine richtig, richtig schöne Vision die du da angesprochen hast.

00:16:50: Ist es dann nicht letztendlich so dass ihr manchmal das Gefühl habt ihr arbeitet irgendwie so gegen Windmühlen weil jetzt endlich befinden wir uns ja trotzdem in einem relativ starren Schulsystem.

00:16:59: oder habt ihr das Gefühl ihr schafft es die Freiheiten oder die Freiräume die ihr habt auszuweiten in der Hoffnung da das Beste für jeden Schüler und jede Schülerin rauszuholen?

00:17:09: Was uns glaube ich unterscheidet von dem Allgemeinbilden-Schulsystem Alleinstellungsmerkmal hat oder kein einziger Player ist in der Berufsbildung, sondern wir sind ja sehr stark im dualen System unterwegs.

00:17:23: Das heißt es gibt immer einen dualen Partner im Bereich von Betrieben Bildungsträgern und damit sind automatisch auch immer die Kammern als die zuständigen Prüfungs- und Fachaufsichten mit involviert.

00:17:35: Und die Grundidee glaube ich von Berufsbildungen ist dass Lösungen gesucht werden für Einzelfälle um eine berufliche Handlungskompetenz entwickeln zu können, die sich unter anderem auch ausdrücken im Berufsabschluss.

00:17:50: Also alle beteiligten Partnerinnen und Partner an diesem Bildungsprozess haben eigentlich ein großes Bestrieben seit jeher junge Menschen beruflich auf den Weg zu bringen.

00:18:00: Der Fachkräftebedarf kann man sagen ist jetzt immer sehr eigennützig von den Betrieben her.

00:18:04: aber tatsächlich ist die Berufsbildung schon immer auch von der Gesetzgebung her sehr inklusiv ausgerichtet benachteiligte Gruppen hier mitzunehmen.

00:18:16: Und von daher gelingt eigentlich so eine Entwicklung, wie wir sie jetzt ein bisschen ansatzweise skizziert haben nur in einem Netzwerk aus dem beteiligten Partnern.

00:18:25: das spielen die Betriebene Rolle.

00:18:26: die kann man aber eben auch die Regelberufschulen mit denen wir eng kooperieren in der Region Und die Frage nach solchen individuellen Lösungen, auch Wechsel von schulischen Systemen beispielsweise im beruflichen Bereich.

00:18:39: Das gelingt nur im Netzwerk mit vielen Partnerinnen und Partnern.

00:18:44: Und von daher glaube ich erscheint manchmal eine Berufsschule vielleicht etwas dynamischer als eine allgemeinbildende Schule, die ja sehr für sich steht oder in einem Konzert mit vergleichbaren Einrichtungen unterwegs ist.

00:18:58: Da ist die Berufsbildung glaube ich etwas anders aufgestellt

00:19:02: und sehr lösungsorientiert.

00:19:06: Das zeichnet meiner Erfahrung nach die Berufsbildung aus, dass da Menschen sind, die die Erfahrungen gemacht haben.

00:19:12: Es gibt eine Frage, es gibt ein Problem und jetzt schauen wir, ob es einen Weg gibt wie man genau stemmen können?

00:19:19: Ich glaube das war jetzt gerade vor allem sehr interessant für unsere Hörerinnen, die sich vielleicht noch nicht so mit dem beruflichen Schulsystem beschäftigt haben.

00:19:25: Weil viele junge Menschen wählen ja trotzdem eher den klassischen Weg und studieren direkt irgendwie Grundschul oder Gymnasiallehramt.

00:19:32: Da zähle ich jetzt persönlich auch dazu.

00:19:34: Bei mir liegt es auch hauptsächlich daran weil ich bisher noch keine Berührungspunkte mit dem Beruflichen Schulwesen hatte Und das ist ja letztendlich einfach wahnsinnig vielfältig.

00:19:44: Wie kann ich mir das bei Ihnen an der Schule vorstellen?

00:19:48: Welchen Weg oder welche Möglichkeiten hat man da als SchülerInnen, wenn man sich bei euch bewirbt?

00:19:53: Oder bei euch an die Schule gehen möchte.

00:19:55: Ja wir fangen nicht gerne nicht erst bei der Berufsvorbereitung an sondern in der Beruchsorientierung.

00:20:02: Eine der großen Schwierigkeiten bei jungen Leuten ist sie gerade also die sehr herausgefordert sieht mit der Frage was wird aus mir welchem Beruf wähle ich?

00:20:11: Wähle ich Das sieht ein Grund genommen überfordert sind, denn potenziell können sie eigentlich alles und die Realität ist aber es braucht bestimmte Standards und bestimmte Beziehungen.

00:20:23: Und wo lebe ich gerade?

00:20:24: Und gibt's die Wirtschaft oder sowas?

00:20:26: Gibt das überhaupt hier alles?

00:20:28: Deswegen haben wir einen Konzept zur beruflichen Orientierung entwickelt, wo die Schüler ab der Klasse sieben der Mittelschulen und der Förderschulen regelmäßig zu uns kommen dann in der Klasse acht und in der klasse neun.

00:20:40: Und lernen da erst mal das breitere Feld beruflicher Bildung kennen, wie so ein Kegelbild spitzt sich das zu auf Interessen die jungen Leute entwickeln, sodass aus der punktuellen Entscheidung wenn immer möglich ein Prozess wird.

00:20:55: also ich habe die Idee Weil ich irgendwann beim Film als Visaschistin arbeiten will, lerne ich erst mal den Friseurberuf.

00:21:03: So und ich lande es jetzt kennen und merke da muss ich Leute anfassen und Haare waschen und manche der Menschen mit denen ich zu tun habe Die haben es nicht immer so angenehm, wie man sich das auch vorher vorstellt.

00:21:16: und ich habe ein Problem diesen blöden Scheid in der Mitte zu positionieren.

00:21:20: Die Mittellinie finde ich nicht irgendwie so.

00:21:23: Und dann gehe ich solche Dinge durch und sage dann okay also vielleicht merke ich dass ist nicht mein Beruf oder ich merke das würde ich gerne machen.

00:21:31: Ich muss aber daran arbeiten um all die Fähigkeiten zu erwerben da weiterzukommen.

00:21:36: Dann zeigen wir den jungen Leuten im Lauf der Jahre wo die Herausforderungen liegen.

00:21:41: Das will mich nicht easy gehen, auch in Fachbaktiker zu lernen.

00:21:44: Da gehört eine Menge Mathematik zum Beispiel dazu.

00:21:48: Das muss man alles auf den Tisch legen.

00:21:49: so das gute Entscheidungsprozesse laufen.

00:21:52: und der andere positive Aspekt ist Berufsschulen haben ja das Problem dass sie im Grunde des wichtigste pädagogische Gut, nämlich gemeinsame Zeit nur sehr begrenzsam.

00:22:04: Wenn ich später in der Ausbildung bin und habe dann an einem Tag Berufsschule und vier Tage findet Betrieb statt oder zwei Tage Berufssschule drei Tage Betrieb, dann fehlt mir ja ein ganz wichtiger Stück für den pädagogischen Bezug, der für uns so wichtig ist wenn nicht aber jetzt schon in der Klasse sieben acht neun Beziehungstifte zwischen unseren Lehrkräften alle Lehrkräfte unter viele Unterrichten auch in der Berufsorientierung Und die kommen dann zu uns später in Berufsvorbereitungsjahr, wo diese Arbeit mit den jungen Leuten bewältigt wird.

00:22:37: und dann kommt die berufliche Bildung.

00:22:39: Mit zwei drei Jahren entstehen manchmal Zeiträume von vier fünf Jahren sechs Jahre, die man die jungen Menschen kennt und so können wir auf dem gewissermaßen in der Zeit wenn man sich nach vorne und hinten bewegt doch die Voraussetzung dafür schaffen das sowas wie Vertrauen Und das ist natürlich ein super guter Einstieg.

00:22:58: Also Berufsorientierung als erst der Bereich, Berufsvorbereitung?

00:23:02: Ja wir haben Berufs-Vorbereitungsjahre du hast es ja angesprochen aus dem sogenannten Übergangssystem wo junge Menschen vorbereiten möchte auf Berufsausbildung die danach folgt.

00:23:15: da können sich die Schülerinnen und Schüler anmelken wie an der Regel Berufsschule auch bei uns geht's natürlich um junge Menschen mit besonderen Unterstützungsbedarfen Schulrechtlichste sonderpädagogische Förderbedarf handlungsleitend.

00:23:29: Da sind die Bedarfe ja auch an der Regelberufschule in den letzten Jahren erheblich gestiegen, da kann man jetzt darüber diskutieren woran liegt es?

00:23:36: Ist das eine veränderte Schülerschaft?

00:23:38: ist es eine nicht aufnahmebereite Ausbildungsbetriebe?

00:23:41: Das ist sicherlich ein Melange was ich auch ganz am Anfang gesagt habe so die Wechselwirken zwischen jungen Menschen und dem Ausbildungsmarkt.

00:23:49: Da ist eine Anmeldung, es dauert ein Jahr mit der Idee junge Menschen auf dem Weg zu begleiten, sich beruflich zu festigen, zu orientieren abschließend vielleicht auch einen Schulabschluss nachzuholen und dann möglichst eine Berufsausbildung einzusteigen.

00:24:04: Und wenn es um Berufsausbildung geht da sind wir dann der duale Partner und das ist dann wie im Regelberufsschulsystem auch.

00:24:11: also sobald ein Ausbildungsvertrag vorliegt kann sich der junge Mensch bei uns auch anmelden zur Berufsschule oder auch an der Regelberuftschule.

00:24:20: Da gibt's dann unterschiedliche Formal, ja die erfüllt sein müssen.

00:24:23: bei uns ist eben auch der sonderpädagogische Förderbedarf als Zugangskriterium.

00:24:27: Und bestimmte Berufe bilden nur wir ab im Hause der Regelberufschule nicht.

00:24:32: das sind in der Regel die sogenannten Fachpraktiker-Werker berufe Die sogenannte Theorie reduzierten Berufer.

00:24:39: die bildet in der Regel in der regel sag ich expezit die Regelberuft schon nicht ab.

00:24:43: Wir haben aber auch sogenannte Vollberufe also Regelberufen dies sowohl an der Regel Berufsschule als auch bei uns beschult werden.

00:24:52: und da ist dann bei uns eher dieses ganz spezifische Lernsetting, dass wir in Abstimmung mit den Kolleginnen und Kollegen von der Regelberufschule überlegen.

00:25:00: Braucht derjenige eher diese spezielle Lern setting oder geht es auch im größeren Klassenverband mit viel mehr Lehrkräften an der Regel berufsschule?

00:25:11: Darf ich da kurz einmal noch unterbrechen, würdest du einmal für unsere Hörer noch kurz erklären was es bedeutet sonderpädagogischer Förderbedarf?

00:25:17: Was uns sich darunter vorstellen kann.

00:25:21: Vielleicht ist das auch genau die Antwort.

00:25:24: Seit so langs diesen Begriff gibt, gibt sie Diskussion.

00:25:29: also die Kultusministerkonferenz hat's mal sehr breit beschrieben und für mich glaube Hilfreich nämlich dann, wenn ein junger Mensch einen Bedarf hat an so einer pädagogischen Beratung Unterstützung und Förderung.

00:25:46: Und ich glaube das ist wichtig für uns dass es keine ärztliche Stelle gibt die sagt da gibt's eine spezielle medizinische Diagnose und aufgrund der wird ein Förderbedarf zugewiesen.

00:26:00: Da zeigt auch die Zeit des Nationalsozialismus dass das fatale Wirkungen entfalten konnte, wenn das so passiert ist.

00:26:10: Aber die sonderpädagogische Bedarfe sind natürlich sehr unterschiedlich und beziehen sich dann auch immer auf das lehrweilige Lernsetting.

00:26:16: also wir haben eben ein allgemeines Landsetting des sehr unterschiedliches.

00:26:20: jede Grundschule jedes Gymnasium jede weiterführende Schule ist anders aufgestellt Und es gelingt den Kolleginnen und Kollegen sehr unterschiedliche auch aufgrund der vorgefundenen Bedingungen für junge Menschen mit sonder pädagogischen Förderbedarf zu unterrichten.

00:26:36: und im Mantenkonstellationen beispielsweise, wenn es die Klassengröße E-Fünfundzwanzig Plus ist.

00:26:42: Da kann ich jetzt dann zwei drei Schülere mit sonderpädagogischen Förderung nicht gut fördern, dass dann eher der Lernort Förderberufsschule ein richtiger wäre und da spielt an der sonder pädagogische Förderbedarf eine Rolle.

00:26:56: Also das ist eben nicht so konkret zu fassen allgemeingültig.

00:27:01: Es gibt ja gerade aktuell seit eins, zwei Jahren wieder ne In den tieferen Diskussionen kann man diesen sonderpädagogischen Förderbedarf anhand von bestimmten Markern festmachen.

00:27:13: Aber da ist, glaube ich für mich noch mal entscheidend, dass man beides betrachten muss.

00:27:16: also einmal in jungen Menschen welche Bedarfe bringt er mit und in welchem Landsetting, in welchen System soll er denn lernen?

00:27:23: Und dann muss sich auch das konkrete System vor Ort anschauen.

00:27:27: passen die beiden zusammen, was muss verändert werden auch im System.

00:27:31: Damit der junge Mensch gut gefördert werden kann und eine gute Bildung erhalten kann?

00:27:36: und was kann den jungen Menschen dazu beitragen?

00:27:38: Und da ist die Frage, was kann Sonderpädagogik hier unterstützend tun?

00:27:43: Also das heißt ich kann es so zusammenfassen letztendlich geht's nicht darum jemanden einen Stempel auf zu drücken.

00:27:49: Es ist zwar wichtig das zu erkennen dass der junge mensch einen gewissen Bedarf hat aber letztendling gehts doch dann darum was man daraus macht oder

00:27:56: Ja, vielleicht ist es.

00:27:58: Man muss glaube ich ein zweites Stück dazudenken wenn.

00:28:01: wir bewegen uns jetzt im Bereich der Inklusion in unserem Gespräch.

00:28:05: Wir arbeiten sehr daran dass wir im Netzwerk der beruflichen Schule in der Region das sind fünf Regelberufschulen mit verschiedenen Standorten und wir Dass wir zunächst einmal gemeinsam unsere Verantwortung erklären für junge Leute die ins Berufsleben rüber gehen.

00:28:19: also ich sage mal die Zahl zwölf tausend für uns in der Region.

00:28:23: Und jetzt, wenn elf Tausendmal der Plan A funktioniert und die Regelberufsschule anbietet sind wir total dankbar.

00:28:29: und tausend Mal stellt sich die Frage was ist der richtige Pferdeort?

00:28:33: Es kann sein dass jemand eine Erschwernis mitbringt also im Leben eine Körperbehinderung vielleicht auch Eine Lernschwierigkeit.

00:28:43: Und es geht trotzdem ganz gut in der Berufsschule, in der Regelberufsschul, weil's dann tollen Betrieb gibt nebenan im Verständnis von den Lehrer und der mobile Dienst die Leute unterstützt.

00:28:52: Dann ist der bessere Förderort ganz eindeutig die Regelberuchsschulen.

00:28:56: Manchmal haben wir Leute, die haben Abitur gemacht oder studiert.

00:28:59: Das funktioniert an der Regel- berufschule nicht, weil die Möglichkeit bei uns auf individuelle Lagen zeitlich differenziertes Angebot viel größer ist.

00:29:10: Wenn wir gemeinsam in der Verantwortung sind, sind das für alle zwölf Tausend.

00:29:14: Und jeder aus unserem Netzwerk versucht für die einzelnen Schüler eine richtige Antwort zu finden.

00:29:21: Die notwendige Voraussetzung ist dass wir im sehr engen Zusammenhang mit unseren Kollegen von den Regelberufschulen Arbeit nicht konkurrieren sondern ergänzend und da sind wir sehr glücklich darüber, dass es in der Region sehr gut gelingt.

00:29:39: Lehrkräfte und Pädagogen brauchen Stärke, Stabilität und Resilenz um jeden Tag das Beste für andere Regime zu können.

00:29:47: Dabei wollen wir als BLV unsere Mitglieder optimal unterstützen.

00:29:52: Deshalb sind wir eine Kooperation mit der digitalen Gesundheitsplattform NILO eingegangen über die ihr umfangreiche Beratungs- und Coachingangebote für eure mentale Gesundheit bekommt.

00:30:05: Unterstützt haben uns dabei der BLV Wirtschaftsdienst und die Versicherungskammer Bayern.

00:30:11: Alle Informationen dazu bekommt ihr unter www.blv.de-nilo.

00:30:18: Den Link gibt es natürlich auch in den Show notes.

00:30:23: Das heißt, ich nehme irgendwie mit.

00:30:25: Letztendlich ist da jeder einzelne Beteiligte in eurer Region an eurer Schule also im Kleinen und im Großen irgendwie daran beteiligt da inklusive Momente so gesehen zu gestalten oder?

00:30:38: Ja, also ich glaube das Bauchrache Strukturen dafür.

00:30:40: Also nenn mal ein Beispiel Partner Berufsschule in der Stadt Würzburg.

00:30:45: da sind regelmäßig Kollegen aus unserer Schule, also im Beratungszentrum vor Ort.

00:30:50: es gibt die Sozialarbeit vor Ort Es gibt die Lehrkräfte vor Ort.

00:30:54: dann jetzt schlägt da ein Problem auf Dann wird erst einmal in dem Team dort besprochen und es wird überlegt was kann man denn machen?

00:31:00: Dass die Situation so stabil wird dass die berufliche Bildung weitergegangen gelingen kann vielleicht darunter gebrochen werden muss von Einzelmaßnahmen über Maßnahmen, die die Agentur anbietet oder bis zum Wechsel zu uns.

00:31:13: Oder auch die Entscheidung dass man anderen Beruf wählen muss weil bestimmte Voraussetzungen für einen Beruf einfach unabdingbar sind.

00:31:21: also das geht sehr weit.

00:31:23: nur des entscheidend ist dass wir gemeinsam in Verantwortung für die Frage geht.

00:31:28: Ich glaube, das ist der wichtigste Punkt.

00:31:30: Von daher ist auch die Regelberufsschule Ort sonderpädagogischer Förderung wenn die Bedingungen gut sind.

00:31:38: da spricht überhaupt nichts dagegen.

00:31:40: und umgekehrt.

00:31:41: manchmal sind wir

00:31:42: der richtige

00:31:43: Ort für Leute die anspruchsvolle Berufe erwerben weil zum Beispiel von acht bis zehn Uhr die psychische Gesamtdisposition überhaupt keinen Unterricht zulässt oder belasten Situationen entstehen, weil die Klassengröße viel zu groß ist.

00:31:58: Oder was ist der beste Förderort angesichts der Dinge?

00:32:02: Die junge Menschen mitbringen.

00:32:03: Was können wir leisten und zaubern können wir auch nicht?

00:32:06: Manchmal scheitern wir auch gemeinsam.

00:32:08: Und dann geht es ja darum Lösungen zu finden oder halt anders zu denken.

00:32:12: wahrscheinlich einfach vielleicht auch mal abgesehen von dem normalen Pfad den man bei den wie gesagt elf tausend Schülern gehen kann bei dem einen oder dem anderen eben halt nicht.

00:32:22: Also vielleicht auch da nochmal ein Unterschied zum allgemeinbildenden Schulsystem, die Unterlagen mit denen sich junge Menschen dann im Anschluss an über eine Arbeitsstelle bewerben ist ja nicht das Schulzeugnis sondern in der Regel das Kammerzeugnis also der Berufsabschluss.

00:32:38: das ist zentrale und nicht die Frage wo der Weg oder wie der Weg gegangen wurde in welcher Schule.

00:32:48: Interessante Zusatzinformation, sage ich mal so.

00:32:50: Aber das Entscheidende ist da ein Berufsabschluss vorhanden und ist die damit verbundene berufliche Handlungskompetenz bei den jungen Menschen vorhandenen, sprich dass sie die Aufgaben diese beruflich damit eigentlich ausführen sollen könnten tatsächlich auch tun können Und daran haben wir alle beteiligten Interesse um.

00:33:08: die Wege dorthin sind sehr sehr unterschiedlich.

00:33:12: Das heißt, letztendlich ist Ihr Ziel als Lehrkraft an einer beruflichen Schule eben die jungen Menschen fit zu machen in dem Beruf den sie gerne erlernen möchten.

00:33:23: Ihnen auf dem Weg die bestmögliche Unterstützung zu sein um Sie dann im besten Fall in den Beruf zu begleiten denen sie dann noch länger ausüben oder sich vielleicht später auch nochmal umorientieren?

00:33:34: Wobei mir diese kleine Schlenke am Anfang wichtig ist.

00:33:37: zunächst einmal stark zum.

00:33:39: wenn ich die Message habe Ich kann nichts dann ist es ausordentlich schwierig in den Modus zu kommen, wo man so die Fahrmärkte traue ich mir zu.

00:33:47: Und wenn das gelungen ist, dass Erfolgsgeschichten, dazu gehört eben auch Berufsorientierung und BVJ, wenn die erlebt sind beschrieben sind, dann halte ich auch aus, dass eine andere Stelle nicht so locker läuft.

00:33:59: Wenn das so ist, dann geht's darum möglichst weitgehend vor hoflicher Handlungskompetenz zu unterstützen.

00:34:05: lernen müssen jungen Leute am Ende ihre Dinge selbst.

00:34:09: Die müssen ja von der Kammer bestehen.

00:34:13: Aber diesen Zwischenschritt dürfen wir nicht vergessen.

00:34:15: Alles, alles was wir machen steht auf den Schultern von pädagogischen Bezügen gilt übrigens auch für die Regelberufsschule.

00:34:22: Das wissen die Kollegen auch.

00:34:23: nur ist es kurekulär natürlich nicht abgebildet aber jeder Lehrer weiß wenn ich mit meiner Klasse im Schullandheim war und kommt zurück ist ein anderes Arbeiten als wenn ich das nicht gemacht habe.

00:34:33: Das ist eigentlich pädagogisches Grundwissen.

00:34:37: Das heißt er macht Haltung auch ganz viel?

00:34:40: Ganz

00:34:40: viel!

00:34:42: Aber das gilt für alle Kollegen in unserem Netzwerk.

00:34:45: Also da sprecht ihr jetzt dann auch nicht nur für eure Schule, sondern dass seid ihr euch sicher?

00:34:48: Das ist auch an anderen Schulen so oder?

00:34:50: Inklusion kann man überhaupt nie in einer Schule allein denken also in der beruflichen Bildung ganz und gar nicht.

00:34:55: Sondern es muss immer ein regionales Projekt sein!

00:34:59: Und jetzt nachdem ich aber ja mitbekommen habe, dass ihr den Schulpreis bekommen habt im Jahr zu Jahrzehntausendfünfzehn, habt ihr so das Gefühl, dass euch der Schulpreist sowas besondere macht oder dass euch vielleicht auch irgendwie gar nicht so krass besonders macht, sondern dass ihr einfach nur den Titel habt.

00:35:16: Könnt ihr mir darüber ein bisschen was erzählen?

00:35:19: Ja dem Schulpreis muss man glaube ich einordnen in die alte Debatte um Qualifizierung und Qualitätsmanagement im Schulen.

00:35:27: Wir sind eine private Schule und wir hatten relativ wenig Möglichkeit an diese staatliche Begleitung zu kommen weil es kostet immer Geld.

00:35:35: und dann wird die Frage gestellt wer bezahlt und sowas.

00:35:38: Und uns hat der schulpreis immer interessiert.

00:35:42: Kägen wir von außen, von möglichst erfahrenen Kolleginnen und Kollegen eine Rückmeldung zu unserer Arbeit.

00:35:50: Und das ist das viel interessantere Stück.

00:35:53: Da kommen nämlich plötzlich wenn man sich beworben hat und hat seine Dinge so auf einer Ebene wie wir es jetzt tun oder können dir jetzt auch viel erzählen.

00:36:02: Es muss am Ende kommen dann Leute hier und schauen sich die Schule an und da waren schon sehr, sehr erfahrene Kollegen da, die innerhalb von der Stunde gesehen haben wo die Schwierigkeiten liegen, die wir nicht mehr Überrascht.

00:36:12: Und das ist der Motor, der eigentlich total spannend für den Schulpreis ist.

00:36:17: Das nicht nur dieses Jahr im Jahr und ein Titel oder auch einen Preisdimmer gewinnt sondern eher die regelmäßige Kooperation mit Partnern anderer Schulen.

00:36:33: Ich erzähle mal ein Beispiel damit es klar wird.

00:36:35: Ich fahre auf eine Tagung nach Heidelberg Also nicht nur in Bayern gibt es gute Schulen, sondern auch an den Arzt.

00:36:43: Und besuche eine Toilette auf!

00:36:45: In der Toilete sind LED-Lichterschlangen hängend da an der Wand und es steht ein Kassettenregord ja da, der Musik spielt.

00:36:57: Ich glaube das habe ich noch nie erlebt, also nicht in der Schule oder auch nicht im privaten Bereich.

00:37:02: Ja, nicht nur im Privatbereich, das ist tatsächliche staatliche Schule.

00:37:06: aber ich gehe dann zum Schule an Hilft es.

00:37:08: Es war eine ganz lustige Situation, hilft's?

00:37:12: Und er hat gesagt ne, das war so... Er hatte wie alle Schulen Probleme mit Vandalismus gehabt in der Schule.

00:37:19: Das haben viele Schulen, dass die Schüler im Tiktok-Generation macht gerne vieles nach was man irgendjemand vormacht hatten wir auch zu unseren Wegen kann ja etwas sagen.

00:37:30: aber wie auch immer und dann hat er ein Mentimeter gemacht an der Schule und hat die Schüler gefragt

00:37:39: Auf das

00:37:40: die Toiletten unversehrt bleiben.

00:37:42: Und das haben sie gewollt, Farben und Musik.

00:37:45: Und seither ist Ruhe.

00:37:47: So was denke ich raus als wenn über zwanzig Jahre dabei auf die Idee bin ich noch nie gekommen.

00:37:55: Das so zu machen.

00:37:56: wir haben andere Wege gesucht wie man das Problem lösen kann.

00:37:59: Und dass finde ich das schön.

00:38:00: immer geht raus in eine Republik und sieht es gibt unglaublich viele gute Schulen die aber auch ihre Geschichten, ihr Narrativ erzählen müssen oder mitteilen müssen.

00:38:12: Weil das dann unser Denken nochmal ganz anders bereichert und so was also wenn ich auf eine Tagung der Robert-Bosch-Stiftung fahre oder die Kollegen von uns um mir kommen zurück am Eine gute Erzählung dabei, die uns interessiert was man auch machen kann Dann haben wir etwas und das ist der Schuhpreis.

00:38:30: Also da springt viel zu kurz mit dem Das ist schön.

00:38:34: Und andere Schulen kommen und bewundern das oder so.

00:38:38: Es gibt viele tolle Schulen, die wahrscheinlich ganz viel erzählen könnten über das was sie im Schulalltag machen.

00:38:43: Also

00:38:44: es geht um Austausch?

00:38:46: Ja klar!

00:38:48: Wir waren ja eine der ersten beruflichen Schulen als Preisträgerschulen.

00:38:52: Inzwischen sind diese Gruppe deutlich gewachsen.

00:38:54: Ich glaube inzwischen fast zehn berufliche Schulen und es gibt jetzt ein eigenes Austauschs Forum.

00:39:01: da Waren wir jetzt auch im Herbst, wo sich diese preisträger Schulen aber nur aus dem beruflichen Bereich getroffen haben.

00:39:08: Und es war höchst spannend mit den Kolleginnen und Kollegen da sich auszutauschen.

00:39:11: zur Unterrichtsentwicklung zu Schulentwicklungen.

00:39:13: was macht sie hier besonders?

00:39:15: Was haben Sie auch eingebracht in das Schulpreis?

00:39:18: Das ist etwas.

00:39:18: dieses voneinander lernen und weitergeben ist wirklich ein deutlicher Mehrwert dieser Schulpreise.

00:39:25: Jetzt seid ihr ja beide schon länger an der Schule.

00:39:27: Das heißt, ich entnehmte ihm jetzt das dieses Wirken des Schulpreises, den du jetzt in den Jahr zweiundfünfzehn bekommen habt, dass es einfach bis jetzt noch andauert und auch hoffentlich noch weitergeht oder?

00:39:38: Ja, es gibt sicher Schulen die wenn ein personeller Wechsel eintritt möglicherweise dann nochmal gucken müssen wie sind wir gerade aufgestellt?

00:39:46: und also die Akademie sorgt dann dafür beziehungsweise Robert Bostiftung, dass so was gibt wie Recalls.

00:39:53: Also man trifft sich wieder und muss dann Qualitätsstandards, Qualitäzzirgel oder Soldi durchlaufen.

00:39:59: Wobei das die Kollegen nicht als Pflicht erleben, sondern es sind immer einzelne Kollegen, die dahin fahren und kommen zurück und haben Schublade voller neuer Energie.

00:40:10: Wichtig ist, dass man nicht alleine losfährt.

00:40:11: Immer zwei, drei Leute.

00:40:12: Das ist ein sehr gutes SETI.

00:40:15: Also Lehrerbildung müsste sich da anders orientieren.

00:40:19: Es gibt echt gute Schulen Und es gibt auch außerhalb der Arbeitboschstiftung.

00:40:25: Ganz eindeutig, nur man müsste Kommunikationsflächen schaffen wie man Dinge lösen kann.

00:40:31: Und habt ihr das Gefühl dass der Schulpreis dafür eine eine der Möglichkeiten ist da eben Teil dazu beizutragen Schule weiterzuentwickeln Schule besser zu machen also dass es gar nicht darum geht irgendwie die Auszeichnung zu bekommen wir sind besonders als Schule sondern dass es darum geht zusammen weiterzuarbeiten weiterzudenken.

00:40:51: Ja, also eindeutig ja.

00:40:53: Die Fragestellung die die Robert-Boscht Stiftung hier aufwirft um sich zum Beispiel bewerben zu können für den Schulpreis das ist ein Denkanstoß bestimmte Aspekte Bereiche in der Schule zu hinterfragen.

00:41:05: es nicht so dass du eine Bewerbung schreibst jetzt heute mal in zwei Stunden schickst die ab und dann ist der Schulprei sondern das ist ja ein Prozess denen die Schule durchläuft, wo man ein Team braucht in der Schule.

00:41:17: Das sagt da mache ich mich auf den Weg und dann nochmal zu schauen sind wir überhaupt dafür geeignet?

00:41:22: Aha!

00:41:22: Wir haben eigentlich auch im bestimmten Bereich schon Qualitäten wie waren uns gar nicht so bewusst.

00:41:26: Die müssten mir eigentlich viel stärker noch hervorheben und auch kultivieren.

00:41:30: für uns also von daher ist dieser Entwicklungsprozess für eine Bewerbung glaube ich genauso entscheidend wie was wir jetzt gerade diskutiert haben Der Austauschprozess nach Erhalt des Schulpreises.

00:41:43: Das heißt, wenn wir eben noch mal zurückgehen diese vorbereitende Phase.

00:41:47: Wie lang dauert so was?

00:41:48: Wie kann man sich das als unwissender vorstellen?

00:41:50: Wir haben seit Jahrzehnteilzehn haben wir gearbeitet und am Jahrzehnzehnten den Preis der Schürl gekriegt.

00:41:57: Das ist auch ganz interessant, kann ich glaube ich ja so berichten.

00:42:00: die Frage war schon.

00:42:01: also es gab ja manchmal muss sich Schule ach frei von ideologischen Überschülpungen machen.

00:42:08: Es gab lange Zeit, gerade in den Jahren die Idee dass eine Förderschule per se etwas ist was man abwickeln sollte und um die inklusive Bildung insgesamt auf den Weg zu bringen.

00:42:19: Und wir haben genau die Diskussion nach durchgestanden mit den Kollegen der verschiedenen Teams und am Ende kam raus, dass wir dem Preis der Schürige gekriegt haben.

00:42:30: Das ist der Preis für so abgefahrene Ideen oder so, denke ich so muss man das glaube ich nennen, wo weniger die Stand hat sondern vielmehr die Netzwerkarbeit des sozialpolitischen Engagement aber natürlich auch der Unterricht.

00:42:42: wie geht es den Schülern angeguckt wird?

00:42:45: Ich glaube, das ist eine ganz wichtige Korrektur, wo wir auch in Diskurs haben.

00:42:50: Es gibt innerhalb der Preisträgerschulen schon Leute die extrem die Inklusion befürworten und wir sind jetzt Berufsschuld zur pädagogischen Förderung.

00:43:01: Und dann muss ich immer sagen so Wort Wir versuchen Lösungen für unsere Schülerinnen und Schüler.

00:43:05: Wir lassen dieses Gegenteil gar nicht zu.

00:43:08: Aber das muss eben auch ausgetragen werden.

00:43:10: Und zwar, ich sehe es fast zivilgesellschaftlich.

00:43:13: die Robert Bosch Stiftung mischt sich ja in Bildungspolitik wenn man so will ein indem er bestimmte Dinge tut.

00:43:20: und fairerweise muss man sagen natürlich hat der Schulpreis für unsere Schule dafür gesorgt dass unser Ansehen innerhalb des etablierten Bildungssystems gewachsen ist und vielleicht können wir manche Dinge da traut man uns wahrscheinlich mehr zu ... als man jetzt bei einer Schule macht, die noch nie in Erscheinung getreten ist.

00:43:39: Also... Die öffentliche Seite, die ist schon wichtig um sich entwickeln zu können und auch die Freude freieräume zu erkämpfen und zu kriegen,... ...die man braucht, um sich zu

00:43:47: entwickeln.".

00:43:49: Das heißt also letztendlich hat es irgendwie Mut gemacht?

00:43:52: Die Teilnahme an dem ganzen Schulpreis?

00:43:55: Aber hallo!

00:43:55: Und die Schulleiter, die wir da treffen und schulleiterinnen, da steht die Überschrift ist immer Widerstand Weil die Fragen erst mal, bevor sie... das ist total spannend.

00:44:06: Die Frage erstmal, also man kann auf die Situation mit den Toilettenkammern sagen okay da geht mir Ordnungsmaßnahmen dran.

00:44:13: Ich kenne hier in der Nähe einen Treffen mit Schulleitern wo die dann gesagt haben die Polizei muss öfter kommen, muss die alle einfangen?

00:44:23: Oder man kann so denken was ist an der Schule gerade so dass die Schüler so und so damit umgehen?

00:44:29: Ich war zehn Jahre in der Uni.

00:44:30: Und die Sanitären lagen an der Uni sahen viel schlimmer aus als jemals in meiner Schule, JEMALS!

00:44:37: Insofern drückt sich jemand aus und das ernst nehmen und in eine Form bringen, die für alle als Schulgemeinschaft plötzlich erlebbar wird?

00:44:47: Immer auf Zeit, wahrscheinlich im nächsten Jahr muss man es neu aushandeln.

00:44:50: So geht's dann weiter... Wir haben ja auch so unendlich schwierige Debatten, die kaum auszuhalten sind in der Schule und die Verbot zum Beispiel als Stichpunkt.

00:45:02: Wohin geht die Reise?

00:45:03: Und wo orientiere ich mich?

00:45:04: Der Schulpreis ist eine Möglichkeit auf einer ganz anderen Form sich zu orientieren und zu gucken.

00:45:09: wie machen lösen Kollegen solche Fragestellungen.

00:45:14: Also es gibt nicht immer die eine Lösung für das eine Problem und man muss auch einfach mal weiterdenken.

00:45:20: Und man muss, wenn man eine Lösung gefunden hat, nicht davon ausgehen dass sie jetzt für immer funktionieren wird sondern ist wahrscheinlich ein Aushandlungsprozess.

00:45:27: und was ich aus deiner Aussage noch mitgenommen habe ist, dass Schule oder einen Lernort ja auch immer ein Stück weit ein Wohlführort sein muss um dass es dann wiederum andersrum auch funktionieren kann und damit ein Lernprozess nachhaltig sein kann.

00:45:43: Also gerne einen sicheren Ort vor Beschämung.

00:45:48: Ja,

00:45:48: genau!

00:45:49: Ist es nicht dann vor allem auch wichtig in eurer Arbeit nachdem ihr ja auch besonders dafür werbt dass ihr eine Schule seid die Menschen mit sonderpädagogischen Förderbedarf unter die Arme greift um ihnen einen Weg zu ermöglichen den sie gehen möchten um nicht irgendwo stigmatisiert zu werden oder halt einfach aus dem Raster rauszufallen?

00:46:11: Ja klar, aber das ist glaube ich auch das Selbstverständnis.

00:46:15: Da sieht man den Grundlagen der Heil- und Sonderpädagogik.

00:46:19: es geht immer die Krise.

00:46:22: Die ist immer zuerst die Kriese.

00:46:24: irgendwie komme ich mit dem pädagogischen Latein immer durch.

00:46:26: Es funktioniert nicht So, und jetzt ist die Frage.

00:46:30: Jetzt gebe ich auf oder sag okay, dich stoße ich von der Kante?

00:46:35: Wenn du mein System, den sprichst brauche ich nicht oder ich gehe der Frage nach gibt es einen anderen Weg mit jungen Leuten wieder in Austausch zu kommen?

00:46:44: dazu gehört auch zu verstehen was dazu geführt hat Immer so.

00:46:48: Sobald wir mit den jungen Leuten, wenn die Diagnostik für mich hilfreich ist dann häufig unter dem Aspekt der Anamnese um mitzukriegen was bringen die alle schon an Erfahrungen mit wo man echt aussteigen würde?

00:47:02: Und da

00:47:03: geht es halt darum den Blick zu verändern von dem was läuft was sind die Schwächen hin zu den Stärken, um eben auch das Potenzial aus den jungen Menschen herauszuholen oder?

00:47:14: Also nicht dass sie sich dann eingraben und sagen boah ich kann nichts.

00:47:17: Ich bin nix wert und so sondern dass es dann eben wieder in die andere Richtung geht, dass man Lust am Leben hat.

00:47:23: Lust hat einen Beruf zu ergreifen indem man sich wohlfühlt in einer Gemeinschaft lebt in der man sich gut fühlt.

00:47:29: oder

00:47:30: Wir dürfen halt nicht vergessen, dass wir es ja mit jungen Menschen zu drüben haben die eine Lebensbiografie bereits hinter sich haben.

00:47:37: Bei uns sind ja die jungen Männchen sechzehn-sehnten Jahre alt wenn sie zu uns kommen und haben also mindestens neun Schuljahre hinter sich und auch damit unterschiedlichste Erfahrungen mit dem System Schule gemacht und machen dürfen.

00:47:50: Und das ist schon etwas anderes als wenn ich jetzt in der ersten Klasse in eine Grundschule eingeschult werde.

00:47:56: von daher ist diese Vielfalt aufgrund der biografischen Erfahrung schon sehr groß, wo wir dann hier an der Schule vielleicht eher interventiv tätig sind.

00:48:06: Aber ich würde gerne den Blick auch nochmal auf die Prävention richten, weil gerade über das Beratungszentrum sind wir einen Regelberufschulen unterwegs und wo wir mit den Kolleginnen und Kollegen versuchen gemeinsame Lösungen zu finden, wo ein Unterricht vor Ort möglich sein kann – mit verschiedenen Unterstützungsmöglichkeiten So dass ein Wechsel an die Förderberufsschule, wie das vielleicht vor zwanzig Jahren war.

00:48:34: Sonder pädagogische Förderbedarf.

00:48:35: dann gehst du in die Förderschule oder der Förder-Berufschule.

00:48:38: Das ist eben diese Automatismus nicht mehr gibt und es gibt bei uns auch nichts sondern wir gucken eher individuell was sind die Bedarfe des jungen Menschen?

00:48:46: Und in welchem System befindet sich gerade?

00:48:48: In welchen Lernsituationen ist und was ist grad seine aktuelle Frage?

00:48:53: weil diese Frage Lernort hier oder da, der muss auch nicht für die gesamte Dauer der Ausbildung sein.

00:48:59: Sondern wir haben auch immer wieder während dieser Ausbildungsphasen Wechsel sowohl von unserer Schule an die Regelberufschule als auch umgekehrt wo es dann Phasen gibt wo beispielsweise die psychischen Belastungen stärker werden wo sie sagen jungen Menschen das pack ich einfach nicht mehr in diesem Bildungssetting einer Regelberofschule Dann können Sie unter bestimmten Bedingungen wieder zu uns wechseln und genauso andersrum haben wir den Wechsel.

00:49:23: Also das ist eher der sonderpädagogische Förderbedarf, es ist eher eine schulrechtliche Kategorie die wichtig ist für die Ressourcenzuweisung und für die Berechtigung einer Förderberufsschule zu besuchen.

00:49:36: Aber in der praktischen Arbeit ist es immer eine individuelle Lösung mit dem Netzwerk wie die Frage sein kann.

00:49:43: Einerseits hier was können wir hier interventiv tun aber auch präventiv mit den Kolleginnen und Kollegen vor Ort gestalten?

00:49:50: Wie ist eins noch richtig gewonnen nach deinem Beitrag, das ist kein Ponyhof die Wirtschaft.

00:49:58: Am Ende muss es was wir machen mit den Schülern in der Wirtschaft tragen und da gibt's so.

00:50:03: nur erhält niemand aus dass er immer nur nichts kann.

00:50:08: wenn ich gelernt habe dass sich bedinge bestimmte Dinge kann auch Erfolge generieren kann dann halte ich das nicht können später aus.

00:50:17: Wenn das nicht in der Gleichgewicht kommt, wenn jemand nur die Botschaft kriegt, geht nicht.

00:50:23: Kannst du nicht?

00:50:24: Mit Vierzehn-Fünfzehn und Sechzehn.

00:50:26: Da kommt ja noch die Pubertät dazu.

00:50:29: Dann legen doch die Leute ihre Identität nicht weg und sagt jetzt okay ich kann halt nix.

00:50:34: und wie auch immer die verhalten sich ja und dann entstehen ganz schwierige Prozesse da draus.

00:50:40: wir möchten jungen Leuten Mut machen ihr Ding zu machen ihren Weg zu finden uns aber nicht Ponyhof Sondern das ist Arbeiten am ersten Arbeitsmarkt oder von mir aus auch in Werkstätten, ganz wichtig.

00:50:54: Kein Idyll oder so kreieren.

00:50:56: Darum geht es nicht.

00:50:58: Es ist die echte Welt?

00:51:01: Wie die Lehrer, die Lehramt studiert und am Ende an der Schule ankommt.

00:51:07: mit einer echten Welt.

00:51:07: So geht's den Schülern glaube ich ja!

00:51:10: Aber trotzdem ist es doch so, dass eure Schule einen gewissen Raum bietet.

00:51:15: Und manchmal vielleicht auch ein Art Schutzraum oder?

00:51:18: Also das ist doch trotzdem gleichzeitig möglich, oder?

00:51:22: Ich glaube, es kann grundsätzlich jede Schule sein.

00:51:26: also ich weiß nicht ob das ein Alleinstellungsmerkmal für uns ist.

00:51:29: wir bemühen uns vielleicht aufgrund der vielleicht besonderen Vielfalt wo beides ja sich irgendwie in Widerspruch ist vielfall und besonders das ist bei uns.

00:51:38: aber wir haben sicherlich im Brennglas hier Wir haben eine ganz spezielle Gruppe von jungen Menschen, die sich an allen Schulen glaube ich wieder findet.

00:51:46: Sicherlich in anderen Verteilungen bei uns sicherlich fokussiert nachdem wir eine Förderschule sind.

00:51:52: aber die Frage dass Schule ein ein sicherer Ort sein soll einen Lernen aber auch Lebensort.

00:51:58: Ich glaube das ist ein Auftrag.

00:52:00: den würde ich jetzt grundsätzlich erst mal für alle Schulen in Anspruch nehmen wollen.

00:52:06: Die Frage ist, wie kann das gestaltet sein und was muss passieren damit Schülerinnen und Schüler den

00:52:14: Art

00:52:15: als einen solchen erleben.

00:52:17: Und genau das ist ja mit ein Grund warum ich genau euch interviewe weil ich eben mal hören wollte wie sowas funktionieren kann.

00:52:25: da können sich bestimmt auch einige unserer Hörerinnen die vielleicht selber an der Schule sind irgendwie ein bisschen Inspiration mitnehmen und so wie ihr es gesagt habt wenn's auch nur eine Sache ist die sie da mitnehmen oder diese vielleicht inspiriert Sachen zu hinterfragen oder Sachen weiterzudenken, dann ist ja eigentlich schon was gewonnen.

00:52:41: Deswegen jetzt meine Frage – wie kann denn euer Konzept das ihr an eurer Schule habt?

00:52:47: Wie kann man das vielleicht schon im Kleinen ein bisschen an seiner Schule umsetzen auch wenn man gerade in keinem Schulpreisbewerbungsprozess dabei ist oder sich gerade noch gar nicht bewusst gemacht hat dass man vielleicht Schülerinnen irgendwie noch anders unterstützen kann?

00:53:07: Wer hat ein Sohtick so ähnlich wie ich?

00:53:10: Wer erholt nicht zuerst die Keule raus und sagt, das wird sowieso nichts.

00:53:13: Sondern sagt, gibt es da noch eine Wirklichkeit?

00:53:16: Und diese Gleichgesinnte muss man zusammenholen.

00:53:19: Muss sagen, gibt's eine Möglichkeit für uns, ums zu entwickeln.

00:53:22: Wenn wer sie gefunden hat ist ein berauschendes Erlebnis.

00:53:27: Dann macht es Spaß!

00:53:28: Ich gehe jetzt im Julienruhrstand.

00:53:30: Ich war all die Jahre gerne in der Schule tätig.

00:53:33: Das glaube ich schon, dass es vielen Kollegen hier so geht, dass Sie sagen, Mensch, das macht mich selber auch.

00:53:39: zufrieden mit der eigenen Arbeit.

00:53:42: Ich glaube, da haben alle Schulen Potenzial.

00:53:44: Da war ich in vielen Schulen unterwegs und habe eigentlich nie Schule gefunden wo es nur schwierig läuft.

00:53:52: Es gab immer spannende Ecken, Ideen, Initiativen.

00:53:57: Ich will aber die Schulleitungen auch in Verantwortung nehmen.

00:54:00: Also ich glaube das ist wichtig statt die Schuleitungen und nach den Schulverwaltungen der Verlängerung wirklich die Tür aufmacht und Möglichkeiten schafft.

00:54:09: Und nicht immer so ein bisschen in Sorge ist, dass man den Deckel auf einen Topf halten muss oder so.

00:54:14: Das ist etwas da brauchen wir noch.

00:54:16: Da gibt es Luft nach oben!

00:54:18: Ich habe es übrigens hier erlebt, umso mehr wir uns bewegt haben als Schule und wir haben uns beweckt.

00:54:24: Habe ich auch immer sehr, sehr positives Feedback von unserer nächsten Ebene Regierungen von privaten Trägern vom Kultusministerium mitgekriegt.

00:54:33: also das kann ein guter Weg sein.

00:54:36: Ich will aber nicht alles verharmlosen.

00:54:38: da gibt's sicher schwierige Erfahrungen Aber das System Schule ist ein menschliches permanent erneuert worden.

00:54:46: Es hört auch nicht auf, also das kann man auch sagen, selbst wenn man zwanzig Jahre unterwegs ist.

00:54:50: der nächste Tag ist der erste Tag.

00:54:55: Ja für mich wäre vielleicht jetzt für die einzelne Lehrkraft nochmal die große Herausforderung nach so einem Schultag noch mal zurückzutreten und sich selber zu reflektieren was ist mir heute gut gelungen?

00:55:10: Und was ist vielleicht weniger gut gelingen in meinen Augen Und da vielleicht die Frage daran richten.

00:55:17: Nicht nur, was haben jetzt die Schülerinnen und Schüler heute alles nicht auf die Kette gebracht in meinem Unterricht?

00:55:23: Sondern ... Was war vielleicht im Derrahmung nicht ganz stimmig?

00:55:29: War mein Unterricht eigentlich passend für die Situation der jungen Menschen heute?

00:55:34: Wenn ich sehe dass da Unstimmigkeiten Ich wahrnehme auch von meinem Unterricht her da den Mut zu gehen, auf Kolleginnen und Kollegen zuzugehen neue Ideen zu entwickeln.

00:55:43: Und die dann auch mit Unterstützung der Schulleitung mal umzusetzen auszuprobieren?

00:55:48: Ich glaube das ist nicht die Frage dass ein Konzept von oben kommen muss und so mache ich es sondern einfach mal im kleinen Kreis versuchen neue Dinge auszuprobieren um vielleicht den Bedarfen der jungen Menschen mehr entsprechen können als es vielleicht dem einen oder anderen Fall gerade aktuell so ist.

00:56:10: Und die gute Botschaft, es gibt überall im Land der total engagierter Kolleginnen und Kollegen, die Lust auf Schule haben und mit jungen Leuten weiterzukommen auch außerhalb der Robert-Bosch-Steffen.

00:56:22: Vielen lieben Dank für die Tipps.

00:56:24: Ich denke, da können sich eine Gehörerinnen von uns definitiv was mitnehmen und mir persönlich geht's auch so!

00:56:30: Ich fand es unglaublich spannend mit euch die Unterhaltung und bin richtig dankbar für die Impulse, die ihr bei mir setzen konntet und hoffentlich auch bei unseren HörerInnen.

00:56:39: Vielen liebendankt dass ihr heute da wart.

00:56:41: Möchtet ihr noch gerne ein kleines Schlusswort sprechen?

00:56:48: Schlusswort hat immer sowas Pastoralis Lusswort.

00:56:53: Passt irgendwie zu meiner Lebenssituation, ich höre jetzt auf.

00:56:56: Ja man muss an die jungen Leute glauben da ist echt was geboten.

00:57:00: Außerdem haben wir ja die alte Generation EKA Alternative entweder es gelingt uns die nächste Generation zu gewinnen und in Verantwortung zu holen oder das Konzept jeder Gesellschaft ist gefährdet.

00:57:11: also von daher Schule kann ein toller Ort sein wenn sie darauf achtet dass der Raum sicher Und das ganz, also eine der wichtigsten Erfahrungen ist.

00:57:23: Beschämung no go.

00:57:24: Schüler beschämen NO

00:57:26: GO Aber ich denke es darf man sich auch in der normalen Welt mitnehmen.

00:57:29: Also das muss braucht man nicht nur auf die Schule anwenden Sondern ich glaube dass kann man sich allgemein manchmal im Alltag ein bisschen bewusst werden lassen oder?

00:57:38: Ja ein bekannter Pädagoge hat's formuliert Erziehung ist Wagnis und wenn ich etwas wage heißt es immer Es kann auch scheitern.

00:57:49: Und das muss nicht der Schlusspunkt sein, sondern der neue Tag bringt eine neue Chance und die muss ich wieder ergreifen.

00:57:55: Das wäre mein Schlusswort am Ende.

00:57:58: Es passt ein bisschen widersprüchlich.

00:57:59: Ich glaube wir müssen uns noch ein anderes Wort ausdenken statt Schlusswort weil es war ja jetzt eher so ein bisschen Blick auf morgen und Blick auf die Zukunft.

00:58:07: Vielen Dank an euch beide!

00:58:09: Gerne!

00:58:27: Der Deutsche Schulpreis,

00:58:28: ausgewählte Schulen stellen sich vor.

00:58:33: Vielen Dank an die Donbosco-Schule in Würzburg für die spannenden Einblicke!

00:58:41: In der

00:58:41: nächsten Folge geht es weiter.

00:58:44: Einschalten lohnt sich – ich freue mich wenn ihr wieder reinhört.

Über diesen Podcast

Willkommen bei "Bildungsblick" – dem Podcast des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands. Wir tauchen tief in die Welt der aktuellen Bildungslandschaft ein. Lass dich inspirieren und entdecke neue Perspektiven, während wir spannende Gespräche mit Menschen führen, die die Bildung von heute mitgestalten.

Unser Ziel ist es, dich dazu zu inspirieren, Bildung neu zu denken. Wir setzen uns mit Themen auseinander, die die Bildungswelt bewegen, und ermutigen Lehrkräfte dazu, neue Wege zu beschreiten. Hol dir jetzt eine Portion Bildung auf die Ohren und begleite uns.

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